Klimawandel macht sich auch in Grube Meggen bemerkbar

Auf Einladung der GEA Group AG besichtigten kürzlich Lennestadts Bürgermeister Tobias Puspas, Beigeordneter Karsten Schürheck und Klimaschutzmanager Martin Rabe die Bergbauanlagen der ehemaligen Grube Meggen. Jochen Hasse (Dipl.-Ing.), Geschäftsführer der Sachtleben Bergbau Verwaltungsgesellschaft (SBV) gab zunächst einen theoretischen Überblick über die vielfältigen Aufgaben des Unternehmens vor Ort.

Jochen Hasse: „Nach der Schließung der Grube vor nunmehr 30 Jahren geht es heute vor allem um die Grubenwasserbehandlung, die Wiedernutzbarmachung/Sanierung von ehemaligen Betriebsflächen, die Immobilienverwaltung und die Nachsorge der ehemaligen Erzbergwerke in Meggen und Ramsbeck sowie an anderen Standorten. Je nach Niederschlag fallen in Meggen im Jahr zwischen 1,3 und 2,0 Mio. m³ Grubenwasser an. Unsere Aufgabe ist es, diese Mengen so zu filtern, dass sie ohne Umweltschädigungen in die Lenne abgeführt werden können. Und ja, auch wir stellen klimatische Veränderungen fest: im Durchschnitt haben wir tatsächlich weniger Niederschläge pro Jahr und mehr Starkregenereignisse.“ Diesen Eindruck konnte Martin Rabe mit seinen statistischen Auswertungen bestätigen.

Zum Abschluss des Vortrages erfolgte, nicht ohne Grund, eine kurze Einführung zur Nutzung eines „Atemgerätes zur Selbstrettung“ – denn im zweiten Teil des Besuches ging es „unter Tage“. Unter Führung von Betriebsführer Willi Irmler wurde der „Erbstollen“ (Tagesöffnung oberhalb der Werthmann-Werkstätten) besichtigt. Zum Teil zu Fuß, zum Teil per Elektrofahrzeug ging es dabei ca. 1,5 km in den Stollen. Neben der Erläuterung der zu erledigen Arbeiten wurde auch gezeigt, wo die noch heute unter Tage arbeitenden Bergleute den „Butterstall“ nutzen (extra Raum für die Frühstückspause). Wieder an der frischen Luft stellte GEA das Sedimentationsbecken Hachen (bekannt als Schlammteich Hachen) vor. Dort wurde zu Bergbauzeiten das nicht nutzbare, fein aufgemahlene Gestein der Aufbereitung aufgenommen.

Biotop als Vorzeigeprojekt

Unterhalb dieses, in der Bauweise einer Talsperre angelegten, Beckens entsteht gerade ein Vorzeigeprojekt zu Reinigung des herauslaufenden Wassers, ein sogenanntes „Wetland“. Dieses wird in einer als Biotop angelegten, kaskadenähnlichen Anlage gefiltert. „Die Idee zu diesem Projekt, die erforderlichen Berechnungen und die Ausführung sind hier mit unseren Fachleuten in Meggen erfolgt. Vereinfacht gesagt erfolgt die Reinigung des Wassers nach einem ähnlichen Prinzip wie bei den uns bekannten Naturfreibädern,“ so Geschäftsführer Hasse.

Entlang der Anlage verläuft ein beliebter Rundwanderweg. Demnächst wird eine Infotafel auf die Besonderheiten des Projektes aufmerksam machen.

Bürgermeister Puspas zeigte sich am Ende der Führung begeistert: „Es ist beeindruckend, mit welcher Expertise Sie hier vor Ort arbeiten und diese Ewigkeitsaufgabe ja quasi unbemerkt von der Öffentlichkeit angehen. Herzlichen Dank, dass Sie auch in Zukunft als kompetenter Ansprechpartner in bergbaulichen Fragen mit Ihren Ingenieuren, Kaufleuten und Spezialisten für den Bergbau für uns in Lennestadt zur Verfügung stehen. Glück auf!“

Hintergrund: Die Sachtleben Bergbau Verwaltungsgesellschaft mbH verwaltet heute als Betriebsgesellschaft das Bergwerkseigentum der GEA Group AG in Düsseldorf, vormals Metallgesellschaft, Frankfurt. GEA ist einer der größten Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie sowie angrenzende Branchen.

Zum Gruppenfoto: Gruppenfoto: Christian Grineisen (Geologe SBV), Lukas Jungermann (Betriebsleiter SBV), Dr. Michael Neumann (ehemaliger Chef-Geologe SBV), Willi Irmler (Betriebsführer (SBV), Martin Rabe (Klimaschutzmanager), Bürgermeister Tobias Puspas, Beigeordneter Karsten Schürheck, Jochen Hasse (Geschäftsführer SBV). Fotos: Stadt Lennestadt