Orange Bänke als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen!

Gewalt gegen Frauen und Mädchen kommt in allen sozialen Schichten und Altersgruppen in unserer Gesellschaft vor. Für viele ist es schwer vorstellbar, dass Opfer häuslicher Gewalt mitten in unserer Gesellschaft leben, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Schule. Die Statistiken sind jedoch nach wie vor schockierend. Die Corona-Pandemie hat das Problem häusliche Gewalt noch verstärkt. Deshalb ist es wichtig, das Thema aus der Tabuzone in die breite Öffentlichkeit zu tragen und somit auch die Hilfsangebote besser bekannt zu machen.

Im Kreis Olpe arbeiten verschiedene Institutionen, wie der Opferschutz der Polizei, die Frauenberatungsstelle und das Frauenhaus des Vereins Frauen helfen Frauen, das Jugendamt, verschiedene Beratungsstellen, die Gleichstellungsbeauftragten, freie Träger der Wohlfahrtspflege und viele mehr seit 2002 im „Netzwerk häusliche Gewalt“ eng zusammen, um den Schutz für Opfer von Gewalt zu verbessern.

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am heutigen 25. November haben die Frauenberatungsstelle Olpe mit dem Kreis und der Kreisstadt Olpe die aus Italien bekannte Aktionsidee „La panchina rossa“ („Die rote Bank“) aufgegriffen, um auch in unserer Region ein Zeichen zu setzen.

Landrat Theo Melcher und die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Olpe, Sabine Nosiadek, bringen Plaketten mit Hinweisen zu Hilfsangeboten an der orangen Bank vor dem Kreishaus an.
Foto: Kreis Olpe

Die Vereinten Nationen haben Orange als Signalfarbe für den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ausgewählt. Drei Bänke wurden mit tatkräftiger Hilfe der Bauhöfe der Kreisstadt sowie des Kreises Olpe deshalb orange gestrichen und an viel frequentierten Orten im Kreisgebiet aufgestellt – zwei am Bigge-Randweg, die dritte an der Westfälischen Straße vor dem Kreishaus.

Auch Landrat Theo Melcher sowie Bürgermeister Peter Weber unterstützen diese Aktion, um gemeinsam das Thema „Gewalt an Frauen“ stärker in das Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung in Kreis und Stadt zu rücken und gezielt auf Schutz- und Unterstützungsangebote hinzuweisen. So ist jede Bank mit einer Plakette versehen, die auf bundesweite und regionale Hilfsangebote verweist.

Hintergrund:

Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet. Jedes Jahr gibt es in Deutschland zwischen 120 und 160 Femizide.

Jede dritte Frau hat Statistiken zufolge mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erlebt. Diese Gewalt wird meist von Männern ausgeübt, die die Frauen gut kennen, mit denen sie teilweise zusammenleben oder gelebt haben. Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter, z.B. häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, Stalking, soziale Kontrolle und psychische Gewalt. Betroffene brauchen zur Bewältigung dieser Gewalterfahrung professionelle und vertrauliche Unterstützung.  

Im Jahr 2021 fanden in der Frauenberatungsstelle in Olpe im Jahr 1694 Beratungen statt – die Hilfesuchenden waren zu 90 Prozent von physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt betroffen.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Olpe, Sabine Nosiadek, und ihre Kollegin Friederike Baberg, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Olpe, freuen sich gemeinsam mit der Frauenberatungsstelle darüber, mit den orangen Bänken ein leuchtendes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen zu können.

Im kommenden Jahr ist geplant, die Aktion auch auf weitere Städte und Gemeinden im Kreis auszuweiten sowie begleitende Informationsveranstaltungen als Präventivmaßnamen z.B. in Schulen durchzuführen.

Zum großen Foto (v.l.): Klaudia Thun-Viegener (Beirat „Frauen helfen Frauen“), Uta Weber (Frauenberatungsstelle), Eva Rieke-Trinn (Frauenberatungsstelle), Lea Ebbinghaus (Frauenberatungsstelle), Shahana Gitzen (Frauenhaus), Michael Meinerzhagen (Prävention und Vertreter Opferschutzbeauftragter der Polizei Olpe), Anette Pfeifer (Frauenberatungsstelle), Friederike Baberg (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Olpe) und sitzend Ines Kieserling (stellv. Gleichstellungsbeauftragte Kreis Olpe) sowie Carmen Decker (3. Vorstand Verein „Frauen helfen Frauen“).