Caritas-Wallfahrt führt nach Kevelaer

Trost spenden und Trost empfangen – nicht nur im Glauben und in der Kirche, sondern eben auch im alltäglichen Tun und im Zusammenspiel vieler Akteure und Mitmenschen. Um diese „Wechselwirkung“ geht es auch bei der Caritas. Mehr als 650 ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeitende aus 13 Caritasverbänden in Nordrhein-Westfalen nahmen kürzlich an der Caritas-Wallfahrt nach Kevelaer teil. Um spirituelle und meditative Angebote zu nutzen, um Gemeinschaft zu erleben. Unter ihnen auch über 60 Mitarbeitende des Caritasverbandes Olpe.  

Statt an diesem Tag wie sonst immer zu beraten, zu pflegen und Menschen in Not zu begleiten, stand ein Aufbruch aus Gewohntem, eine Unterbrechung des Alltäglichen auf der Tagesordnung. Wallfahrtsrektor und Pfarrer Gregor Kauling formulierte zu Beginn der Pilgermesse in der Marienbasilika mit dem emeritierten Weihbischof Dieter Geerlings ganz treffend: „Trost kann nur spenden, wer ihn auch empfangen kann. Heute seid ihr mal dran!“ Kauling beschrieb die Caritasverbände und -mitarbeitenden in einem Satz: „Caritas ist das Plus-Zeichen vor der Klammer des Lebens.“

Pilgern bedeute immer auch mit gleichgesinnten Menschen unterwegs zu sein – hin zu einem gemeinsamen Ziel. „Auf diesem Weg können wir einander (neu) kennenlernen. Wir erzählen und wir hören zu, wir fragen um Rat und wir erfahren Unterstützung, wir teilen Proviant und Lebenserfahrung, wir erleben Gemeinschaft untereinander und mit Gott.“ Breite Zustimmung erfuhr Geerlings‘ Predigt. Er sah viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Weg, den die Caritas in ihrer Hilfe für Mitmenschen gehen muss, und dem doch gerade heute oft sehr beschwerlichen Weg zum Glauben. Dabei sei die Caritas ganz nah dran am Lebensprogramm von Jesus. 

Erfahrung in Gemeinschaft kann uns im Alltag weitertragen

Applaus bekam er für seine letzten Sätze, die sich mit der heutigen Glaubenskrise, den Krisen in der Welt und in der Kirche auseinandersetzten. „Das Bitterste auf dem Weg zu Gott ist die Tatsache, dass der Weg wieder abbrechen kann. Dann wird es dunkel, und vielleicht ist das die Phase, wo der Glaube unter Schmerzen eingeübt wird. Wenn es nicht mehr gelingt, unsere Glaubensaussagen als frohe Botschaft zu verkünden, dann ist es an der Zeit, diese Aussagen zu überprüfen.“ Man dürfe keine Angst vor Veränderungen haben. „Die Kriterien der Vergangenheit alleine reichen nicht mehr aus, um auch die Zukunft zu meistern und zu bewältigen.“

Ein abwechslungsreiches Programm erwartete die Pilger im Anschluss am „Tag der Gemeinschaft“ in der Wallfahrtsstadt. Neben Kreuzweg, Stadt- und Kirchenführung konnten viele meditative und spirituelle Angebote genutzt werden. Zudem kamen Austausch und Begegnung von Mitarbeitenden ganz unterschiedlicher Stadt- und Kreisverbände nicht zu kurz. Der Tag machte erlebbar, wie bunt, vielfältig und stark die Caritas-Gemeinschaft in NRW ist. Mit der Hoffnung, dass alle Teilnehmenden ein wenig Kraft für ihre herausfordernde Arbeit schöpfen können, endete der Tag der Caritas-Pilger mit einer gemeinsamen Schlussandacht im Forum Pax Christi.