Baumpflanzen (v.l.): Markus Knorr, Prof. Dr. Lorenz Schneider, Jens Hoffmann (beide Lions Club Kurköln) sowie Katharina Neumann von der Gemeinde trotzten dem Regen und pflanzten eine gelbe Knorpelkirsche.

„Streuobstwiese für Groß, aber vor allem für KLEIN“

Am 14. November wurden 30 sorgfältig ausgewählte Bio-Obstbäume darunter 20 Apfel-, vier Birnen-, vier Pflaumen- und zwei Kirschbäume – auf eine Fläche zwischen dem Hundeübungsplatz und dem Islandpferdehof in Hünsborn gepflanzt.

Hier soll sich, wie bereits auf einigen anderen Flächen im Gemeindegebiet, eine Streuobstwiese – und damit ein artenreicher Lebensraum – entwickeln.

Zu verdanken ist das Projekt einer großzügigen Spende von Herrn Reinhold Quiter, Mitglied des Lions Club Olpe-Kurköln. Die Planung der Streuobstwiese erfolgte in Zusammenarbeit von Prof. Dr. Lorenz Schneider, der sich im Lions Club um solche Aktivitäten kümmert, und der Gemeinde Wenden. Auch der amtierende Präsident des Lions Club Olpe-Kurköln, Herr Jens Hoffmann, freut sich über diese wundervolle Aktion.

Jens Hoffmann und Prof. Dr. Lorenz Schneider erzählen: „Unser Lions Club engagiert sich neben sozialen und kulturellen Aufgaben und Projekten auch in Projekten des Umweltschutzes. Wir freuen uns sehr, dass wir die Streuobstwiese Wendener Land in der Nähe des neuen, dritten Kindergartens im Ort Hünsborn anlegen können. Das bietet die Chance, dass in der Zukunft die Kinder des Ortes einen lebendigen biologischen Unterricht in der heimischen Natur, in der neuen Streuobstwiese erhalten können. Es ist schön, dass wir bei der Gemeinde Wenden hierfür ein offenes Ohr gefunden haben.“

Die Streuobstwiese als wichtiges Kulturgut, bietet Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Arten, darunter baumbrütenden Vögeln oder Fledermäusen, aber vor allem vielen Insektenarten, die für die Bestäubung unersetzlichen sind. Hinzu kommt der landschaftsprägende Charakter, welcher besonders während der Blütezeit jedes Jahr aufs Neue ein schöner Anblick ist.

Mehrere Apfelsorten haben eine Blütezeit von bis zu vier Wochen. Laut Markus Knorr aus Hünsborn, der die Sorten ausgesucht hat und auch die Pflege der Bäume übernimmt, werden die Apfelbäume von Mitte April bis Ende Mai erblühen, hinzu kommt die gewöhnlich frühere Blüte von Kirsche, Pflaume und Birne. Eine gute, dauerhafte Bestäubung und damit ein guter Fruchtertrag sollten daher gegeben sein.

Zudem handelt es sich um alte, robuste und windfeste Sorten mit geringem Bodenanspruch – angepasst an die Gegebenheiten des neuen Standorts, wie der Purpurrote Cousinot, der Herbstkallwill, der Prinzen- und Schneiderapfel oder die gelbe Knorpelkirsche, um nur einige zu nennen. Die neue Streuobstwiese fügt sich in das umliegende Grünland ein, bietet zukünftig Wind- und Erosionsschutz, und ermöglicht dort ökologische Wechselbeziehungen. Das sind in Zeiten zunehmender ökologischer Krisen wichtige Eigenschaften.

Die bedauerliche Entwicklung von Streuobstwiesen beschreibt Markus Knorr folgendermaßen: „Fehlendes Interesse und immer größer gewordene landwirtschaftliche Geräte, für die die Obstbäume Hindernisse waren, haben in den letzten Jahrzehnten zu einem deutlichen Rückgang von Streuobstwiesen und wenig Nachpflanzungen geführt. Die vorhandenen Bestände sind daher oftmals überaltert oder durch das neu entstandene Interesse in den letzten Jahren sehr jung.“

Mit einer weiteren Wiese in Hünsborn wird daher ein wichtiger Zukunftsbeitrag geleistet und ein Zeichen für Nachhaltigkeit

und Förderung von Biodiversität gesetzt. Mit der Anpflanzung und der darauffolgenden Pflege soll das Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen sein. Die räumliche Nähe zum zukünftigen Kindergarten in Hünsborn spielte bei der Flächenauswahl eine Rolle. Zielvorstellung des Vereins ist es, Raum für Bildung und Erfahrung für

die „Kleinen“ zu schaffen und die Fläche zukünftig weiterzuentwickeln: Bienenstöcke, einen Bauwagen als Lernraum, oder eine gemeinsame Obsternte? Vieles ist denkbar. Eine Obstbaumwiese kann früh lehren, dass Makellosigkeit der Obstsorten vieler Supermarktregale nicht die schöne Vielfältigkeit der Natur widerspiegelt.

Zum Foto (v.l.): Markus Knorr, Prof. Dr. Lorenz Schneider, Jens Hoffmann (beide Lions Club Kurköln) sowie Katharina Neumann von der Gemeinde trotzten dem Regen und pflanzten eine gelbe Knorpelkirsche.